Eine Reihe, der erste internationale Vortrag und der erste Krug aus Zürich

[dropcap]I[/dropcap]nspiriert von Petra Gust-Kazakos (aka Philea), die in Ihrem BlogSammelstückchen“ ausstellt habe ich in unserem Haus mal die Krüge zusammengesucht, die sich im Laufe der Jahre so angesammelt haben. Fast alle der Krüge stammen von Reisen, wenngleich Sie nicht als Souvenir im eigentlichen Sinne gedacht waren, dennoch:  Als ich jeden Krug in die Hand nahm, um ihn zum Foto zurecht zustellen, kamen tatsächlich die Erinnerungen an die Situation in der ich den der Krug erworben, nicht immer gekauft, habe. Einige davon (zu den Krügen aus Kumrovec, Sarepta und vom Narrowboat) habe ich Philea erzählt und sie hat davon in ihrem Blog berichtet. Zum Thema Souvenir als Reiseerinnerung hat Petra einige Gedanken in ihrem überaus lesenswerten Buch „Ganz weit weg. Leselust und Reisefieber“ veröffentlich.

 Krüge scheinen doch von größerem Interesse zu sein, als ich dachte. Es trudeln nun Nachfragen nach einzelnen Krügen ein. Die ich hier und nicht in den Kommentaren zum Blogbeitrag beantworte, weil ich hier noch Bilder veröffentlichen kann und weil die Nachfragen nach den Krügen mir die Erinnerungs- und Kaufgeschichten wieder ins Gedächtnis rufen. Damit kann ich dann auch eine kleine Serie begründen – für die Krug- und Geschichteninteressierten.

Im Anschluss an die Veröffentlichung der Krügesammlung in Philea’s Blog haben mehrere Leser/innen fragten per per Mail danach, welches der erste Krug war. Nun, ich muss gestehen, dass ich diesen Krug auf den Bildern ganz vergessen hatte. Er stand gesondert, eben weil er der erste war hatte ich wohl aber meinen suchenden Blicken entzogen.

[dropcap]N[/dropcap]un, der erste, der Krug mit dem alles begann, stammt aus Zürich. Es war anlässlich meines ersten internationalen Vortrags auf einem Kongress. Das war die ZÜRI-Lex 1986 der Euralex, der Kongress in Zürich der Europäischen Gesellschaft für Lexikographie. Ohje, ist das schon lange her. Den Krug betrachtend, kommen mir die Gefühle wieder: irgendwas zwischen Stolz („Ich darf jetzt mit den Großen spielen.“) und Nervosität  („Bin ich denn schon ein Großer?“). Nun, dort habe ich meine Ideen zur lexikographischen Behandlung der der Komparationsmorphologie deutscher Adjektive vorgestellt – das endete dann mit einer 250 Seiten umfassenden Arbeit zu dem Thema (Auszug daraus hier).

Der Anblick des Kruges erinnert mich daran, dass ich einen Abend vor meinem Vortrag heftiges Fieber bekam (offensichtlich eine üble Variante von Lampenfieber) und weitere Symptome eines grippalen Infektes. Der Krug erzählt mir, dass ich mir in Zürich in einer Apotheke das Medikament „Gripostat C“, mir völlig unbekannt aber von einem eidgenössischen Apotheker freundlich empfohlen, gekauft habe. Meine schon damals sehr starken Bedenken gegen gegen Kombinationspräparate habe ich zurückgestellt und  die Nacht  dann wider erwarten sehr gut geschlafen. Ich bin frisch aufgewacht, habe einen schönen Vortrag gehalten. Der erfolgreiche Vortrag hat reichlich Endorphine freigemacht. Dieses tolle Gefühle wollte ich irgendwie teilen und beschlossen, irgendetwas schönes für meine Liebste zu besorgen. Ich schlendert also euphorisiert an Zürichsee und Limmat entlang und meine Blick viel in ein Schaufenster mit Keramik. Sofort war mir klar, ich bringen einen Krug mit nach Hause. Das dies der Anfang für eine Sammlung mehrerer Dutzend Krüge werden sollte, war da noch nicht klar.

Ich werde hier in loser Folge über die weiteren Krüge und deren Geschichte berichten.

 

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