Heute, das hat nicht nur bei uns Tradition, versuchen sich die Menschen durch mehr oder weniger absurde Geschichte ins Nachdenken zu bringen und „in den April“ zu schicken. Ereignisse, die am heutigen Tag tatsächlich stattfinden, werden dann später, wenn von ihnen gesagt wird, dass es am ersten April geschehen ist, mit dem Zusatz versehen „kein Aprilscherz“.

Die Tradition, am ersten April einen „Aprilscherz“ zu machen, ist schon sehr alt. Der Ursprung ist  unklar, wie auch die Wikipedia berichtet. Auch gibt es mehr oder weniger berühmte Aprilscherze und manche haben sogar schon eine gewisse Tradition. Bekannt geworden durch einen naturwissenschaftlich fundiert erscheinenden Bericht ist der Maulwurf der Antarktis, der „Heißköpfige Nackteisbohrer“, der Gänge ist ewige Eis bohren kann. Eine gewisse Tradition haben Meldungen, dass Dihydrogenmonoxid ein Hauptbestandteil des sauren Regens sei. In manchen Gegenden war der Regen heute zwar nicht sauer, aber dennoch voll von Dihydrogenmonoxid.

Mein sonntäglicher Blick auf die Internetseiten verschiedener Zeitungen ergab heute ziemlich lustige Beute:

Die FAZ berichtet über eine neue Reform der Schreibung der deutschen Sprache, die sich stärker an den technischen Erfordernissen orientiert.

Heise online berichtet über das Vorhaben, in den neuen Bundesländern nachträglich nun endlich auch GEZ-Gebühren für die Zeit nachzuerheben, in der die Menschen von der DDR aus, ohne Gebühren zu zahlen westliche öffentlich-rechtliche Programme angeschaut haben.

Ein Artikel in der Zeit, der darüber berichtete, dass ein Arzt bald Chef der Weltbank sein wird, hat mich zunächst etwas zögern lassen, der Artikel aber über die diesen Arzt als Rapper im entsprechenden outfit in der Financial Times Deutschland ist aber ganz sicher dem Datum des Berichts geschuldet.

Die Frankfurter Rundschau bietet auf ihren Internetseiten ein Quiz an, mit dem man das Erkennen von Aprilscherzen üben kann.

Als ich heute morgen das Radio einschaltete überraschte mich eine Meldung aus dem Erzbistum Köln, das dem zurückgehenden Gottedienstbesuch, durch eine Lotterie begegnen will: von heute an bis Weihnachten mindestens 38 sonntägliche Gottesdienstbesuche nachweisen kann, der nimmt zu Weihnachten an einer Verlosung teil, bei der 50.000 EUR zu gewinnen sind. Nachgewiesen werde der Besuch, durch das Sammeln der im Gottedienst ausgegebenen fälschungssicheren Teilnahmemarken oder durch abscannen eines QR-Codes währen des Messbesuchs. Nachhören kann man die Sendung vom 1. April hier.

Wer Spaß an solcherlei Absurditäten auch an anderen Tagen Jahres hat, sei der Besuch des Hoax-Museums empfohlen, das auch Aprilscherze verzeichnet.

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